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Erkrankungen der Halsschlagader

Österreichweit treten jährlich etwa 20.000 Schlaganfälle auf. Damit steht dieses Krankheitsbild an dritter Stelle aller Krankheiten und ist eine der häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte.

Die Symptome eines Schlaganfalls sind sehr vielfältig, zu den häufigsten zählen:

  • plötzlich eintretende Lähmungserscheinungen an Arm, Gesicht oder Bein (besonders halbseitig)
     
  • plötzliche Sehschwäche oder Sehstörungen, z. B. Doppelbilder, einseitiger Sehverlust, halbseitige Gesichtsfeldausfälle,
     
  • Sprachprobleme im Sinne von Wortfindungsstörungen, verwaschener Sprache oder Sprachverlust mit Verständnisstörungen

In etwa ¼ der Fälle sind atherosklerotische Veränderungen der Halsschlagader für die Beschwerden verantwortlich. Ablagerungen werden mit dem Blutstrom in das Gehirn verschleppt und verschließen dort ein Blutgefäß, sodass es zu einem vorübergehenden oder permanenten Hirninfarkt kommen kann.

Als schmerzlose und unkomplizierte Untersuchungsmethode steht zur Beurteilung der Halsgefäße der Ultraschall zur Verfügung. Nach stattgehabtem Schlaganfall kann rasch erkannt werden, ob die Beschwerden durch Verkalkungen in der Halsschlagader hervorgerufen wurden. Auch für die Vorsorgeuntersuchung ist der Ultraschall das geeignete Verfahren. Gerade bei Patienten, die schon einen Herzinfarkt erlitten haben oder an einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit leiden, sollten die Halsgefäße regelmässig kontrolliert werden, um einem Schlaganfall vorzubeugen.

In der Behandlung der verengten Halsschlagader stehen heute zwei  Methoden zur Verfügung. Einerseits die Operation, bei der Verkalkungen aus dem Gefäß herausgeschält werden, um einen frei durchgängigen Blutstrom zu ermöglichen. Alternativ dazu können auch mit Katheterverfahren Engstellen nach Punktion eines Blutgefäßes in der Leiste von innen mit einem Gitter (Stent) an die Gefäßwand modeliert werden. In beiden Fällen werden sollen Verschleppungen von Gerinnseln oder Cholsterinkristallen in das Gehirn verhindert werden.

Seit 2011 werden Operationen an der Halsschlagader überwiegend am wachen Patienten (in Lokoregionaler Anästhesie) durchgeführt. Dieses Vorgehen ermöglicht eine optimale Überwachung des Patienten während des Eingriffs und erlaubt die kontinuierliche Beurteilung der neurologischen Situation. Behandlungen mittels Stent werden ebenfalls mit Lokalanästhesie durchgeführt. Hierzu benötigt es nur einen kleinen Einstich in der Leiste.

Nach erfolgreicher Behandlung sind in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen mittels Ultraschall erforderlich.

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